Hat der alte Imagefilm ausgedient und haben Social Media-Videos bzw. Short-Form-Clips im Hochformat die Welt übernommen? Diese neuen, günstig zu produzierenden aber in Masse gebrauchten Formate sind schließlich sexy, sehr authentisch und bei den Jungen beliebt.
Nun, die Aussage ist hier eher, dass es das richtige Werkzeug zum richtigen Zweck braucht. Und damit ist ein „sowohl als auch“ heute eher die Regel als die Ausnahme, denn Video insgesamt ist das Medium für die Kommunikation schlechthin und die Ausprägung bestimmt nur, wo man es einsetzen will. So auch hier.
Wer Social Media Content in die Aufmerksamkeits-Arena wirft, punktet mit Auffälligem, Polarisierendem, mit Humor und vor allem dem, was im Unternehmen „wirklich“ abgeht. Der typische Mitarbeiter der extrovertierteren Art zeigt, was ihm wichtig ist. Und er repräsentiert damit irgendwo auch das, wo das Unternehmen gerade steht – in einer vielleicht etwas pointiert-kurzweiligen Art, aber aus dem Unternehmen heraus, aktuell und echt.
Produziert man Imagefilme, dann will man aber der Darstellung einen Spin mitgeben, wohin man will. Wofür „will“ das Unternehmen stehen, wohin geht es, woran kann man es messen (woher kommt es, wohin geht es). Es wirkt dann nach innen als Leitplanke für Unternehmenswerte, es wirkt nach außen als roter Faden, an dem man sich messen lassen muss (und so auch wieder Wirkung nach innen hat). Klar zeigt das Imagevideo nur die schönen Seiten und hübscht diese noch auf. Aber es zeigt auch, wofür die Führung steht und wo sie hin will – nicht nur den Standort, wo das Unternehmen bereits angekommen ist. Das größere Bild eben.
Und so braucht es beides: Den Aktionismus für Aufmerksamkeit und Authentizität und dazu das schöne Bild von der Metaebene herab auf das Gesamte, das Werte und Stabilität darin mitnimmt.

Wenn wir Imagefilme produzieren, dann denken wir immer auch Social Media mit. So entstehen dann oft neben dem Hauptwerk auch noch hochformatige Shorts, Stories und Reels für Social Media. Das braucht etwas Technik und Planung (Aufnahme in 6K oder 8K, um bertikale Ausschnitte aus dem horizontalen Video zu nehmen und inhaltlich pointierte Aussagen und B-Roll, das „in Kürze“ wirken kann – und alleinstehend auch noch sinnvoll ist). Umgekehrt entsteht aus einer Social Media-Reihe genauso oft auch gleich das Material für ein größeres Video mit – wenn man das B-Roll-Material für Einblender schon hat, Aussagen vielleicht kombinieren kann und mit einer vorher überlegten Geschichte auch durch eine längere Strecke führen kann, warum soll man das nicht auch gleich machen?
Die Frage Social oder Image ist also eigentlich keine. Eher die Frage, welche Inhalte und Zwecke sich für die beiden Bereiche besonders gut eignen. Hier gibt es mehr zu Social-Content und Imagefilmen.


